Sfera 125 – Riemen sitzt vorne zu hoch nach Wechsel des Variator-Wellendichtrings

  • Hallo zusammen,

    ich habe bei meiner Piaggio Sfera 125 4T (1996) den Kurbelwellensimmerring hinter der Variomatik gewechselt. Dafür hatte ich Variomatik und Kupplungsglocke komplett abgebaut.

    Nach dem Zusammenbau habe ich jetzt folgendes Problem:

    • Im Leerlauf auf dem Hauptständer dreht das Hinterrad schon stark mit.
    • Wenn ich hinten bremse, geht der Motor (fast) aus.
    • Beim Anfahren kämpft der Motor und der Roller fährt nur sehr langsam los - ich denke hier wird die Anfahrtsdrehzahl nicht erreicht.
    • Der Riemen "klackert" im Standgas schon stark.

    Ich habe dann alles erneut demontiert und schon beim entfernen des Variodeckels sieht man, dass der Riemen nicht passend sitzt.
    Vorne (Variator) auf der Kurbelwelle sitzt er sehr weit oben und nicht "tief". Hinten dadurch recht tief und nicht außen...

    Der Riemen kann vorne im Variator nicht weiter nach unten rutschen. Es ist kein Platz zwischen Riemenscheibe und Variator. Warum weiß ich aber nicht. Ich kann es mir nicht erklären. Es ist genau so zusammen gesetzt wie es auseinder gebaut war.

    Ich vermute das die "falsche" Positionierung des Riemen schon im Leerlauf das Problem für meine Anfahrtschwierigkeiten sind, da die Anfahrtsdrehzahl nicht passend erreicht werden kann.

    Der Riemen hat eine breite von 18mm.
    Distanzscheiben waren vorher keine verbaut, diese würden es aber ja auch nur noch enger machen, oder?

    Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte bzw. was ich beim Zusammenbau übersehen haben könnte?
    Ich habe auch schon diesen Artikel im Forum gelesen: Sfera 125 RST, Probleme beim Zusammenbau nach Tausch wellendichtring

    Die Bilder sind 1:1 wie bei mir. Es ändert aber nichts an dem finalen zusammebau...

    Ich weiß gerade nicht weiter... hab schon alles etliche male demontiert und montiert.
    Der Variator sitzt definitiv ganz am anschlag der Kurbelwelle. Siehe auch Restgewinde gemessen auf den Bildern.

    Danke für die Hilfe.

    Viele Grüße

  • Moin,

    Ich würde sagen, du fährst damit eine kleine Runde. Wenn die Geräusche nicht zu laut sind. So kann der Riemen sich einmal bewegen und auch wieder in die normale Position gehen .

    Sonst kannst du versuchen die Laufflächen Vario + Riemenscheibe leicht anzuschleifen.

    Dazu auf den Akkuschrauber spannen, drehen und leicht schleifen.

  • Das kann ich so nicht sagen. Eine 125er habe ich noch nicht besessen.

    Solange aber alles fest sitzt und die Riemenscheibe kein Spiel hat alles in Ordnung.

    Was mich aber mehr sorgt, ist das Kurbelwellengewinde... sieht nicht mehr so gut aus. Die letzten Gewindegänge sehen ausgenudelt aus.

  • Hallo, ich versuche mal eine Ferndiagnose.

    1. Es fehlt eine Distanzscheibe (26x15x1) zwischen Variator und der Steigscheibe , dadurch kommt der Riemen nicht ganz nach unten wie gewünscht.

      A) Hinterrad dreht mit ... Die Kupplung/Wandler kuppelt nicht richtig aus

      B) Motor geht fast aus wenn hinten gebremst wird..... Die Kupplung/Wandler kuppelt nicht richtig aus , A+B gleicher Fehler

      C) Der Roller fährt nur langsam los... hier ist wiederum die Kupplung / Wandler die nicht richtig ausgekuppelt ist die Ursache.

      Der Motor muss erst eine ausreichende Drehzahl aufbauen erst danach wird eingekuppelt. Wenn jedoch schon vorher eine "starre Verbindung" zwischen Motor und Kupplung/Wandler besteht geht der Motor natürlich in die Knie da die Kraft/Drehzahl fehlt.

      D) Der Riemen klackert....Hier vermute ich das ev. die Variorollen beim Einbau nicht richtig eingelegt sind /umgekippt sind.


      Den Variator würde ich nochmal kontrollieren ob die Rollen richtig sitzen dann die Distanzscheibe einbauen.

      Der Riemen wird zuerst hinten am Wandler eingelegt. Dazu die äußere Scheibe des Wandlers in Richtung Kupplung drücken (gegen die Federkraft) und den Riemen einlegen. Wenn der Riemen am Wandler nun im unteren Bereich einliegt ist er dann im Variobereich im oberen Arbeitsbereich so dass die Steigscheibe einfacher montiert werden kann. Jetzt kann der Motor richtig drehen und baut dann erst die Verbindung zum Wandler auf.

      Ich hoffe es ist soweit verständlich.

      Viel Erfolg


  • Wenn sich das Hinterrad im Leerlauf immer dreht dann kann das auch an einem defekten Wandlerlager liegen oder die Kupplungsglocke ist zu fest angezogen worden,wodurch das Wandlerlager dann gestaucht wird .Dadurch bedingt entsteht dann ein Kraftschluss zwischen Getriebewelle und Kupplungsmitnehmer

    Der Riemen liegt wahrscheinlich hinten zu tief im Wandler ,und deswegen vorne in der Variomatik auch zu hoch

    Oder der Riemen ist einfach zu lang

    Es ist zwar nett wichtig zu sein,aber noch wichtiger ist es nett zu sein :hauwech:

    💥Gruß vom Zündfunken💥

  • Danke schonmal für eure Antworten!

    Es fehlt eine Distanzscheibe (26x15x1)

    1mm "dicke" macht so viel aus? Hätte ich nicht gedacht. Zumal es vorher ja auch ohne ging... naja
    Diese habe ich jetzt bestellt. Gefunden bei im Shop Is-Parts: Distanzscheibe
    Habe ich einfach 2x bestellt. Wie ich auf Explosionszeichnungen gesehen habe, gehört hinter den Variator, an das Kurbelgehäuse auch eine dazwischen?


    Was mich aber mehr sorgt, ist das Kurbelwellengewinde... sieht nicht mehr so gut aus. Die letzten Gewindegänge sehen ausgenudelt aus.

    Absolut richtig, durch mein ganzes auseinander & zusammenbauen... die Mutter hatte auch schon etwas gefressen. Auch diese habe ich im besagten Shop neu bestellt. Siehe Kurbelwellen Mutter. Zusätzlich werde ich das Gewinde Vorsichtig nachschneiden, M10x1,25 müsste ja passen, in der Hoffnung das es noch zu retten ist... werden wir sehen.


    Oder der Riemen ist einfach zu lang

    Das denke ich nicht, es scheint ein passender Original verbaut zu sein. Aber auch hier einen neuen bestellt.
    Schadet ja nicht und ist ist dann auch 100% sauber (Öl / Fett frei).


    Wenn alles da ist baue ich zusammen & melde mich. ... die suche vom Shop Is-Parts ist nicht optimal, wenn man aber über die klassische Google Suche seine Bauteile sucht mit Ergänzung "Is-Parts", dann klappt das ganz gut. Der Laden hat echt einiges da! Kann ich empfehlen.

    OT: Gibt's Tipps zum "schlechten Kaltstart"? Habe im Forum etwas gelesen zum umbau auf manuellen Choke? Ist das wirklich die einzige Lösung?

  • Ich hatte mal einen Sfera NSL Wandler...gut zuhören (oder lesen :nick:), wenn ich den Roller auf dem Haptständer stehen hatte und gestartet habe lif das Hinterrad mit. Ich halte mich kurz, dieser Fehler kam weil im Wandler diese lange Hülse fehlte und es waren nur beide Lager verbaut worden. Nach dem ich eine Hlse eingesetzt hatte war alles wieder gut, einHinterrad dreht sich nur beim Starten offiziel nur mit entweder durch fehlende Hülse im Wandler oder die Standgasschraube ist bis zum Anschlag reingedreht!

  • Problem gefunden:

    Nach dem vierten Mal auseinander- und zusammenbauen sowie einer etwas „krampfhaften“ Probefahrt mit der Hoffnung, dass sich der Riemen eventuell noch setzt, habe ich die Variomatik erneut zerlegt und die Variorollen kontrolliert.

    Die Rollen waren tatsächlich gekippt. Dadurch stand der Variator zu weit heraus und der Riemen konnte vorne nicht nach innen rutschen. Vermutlich ist das bereits beim ersten Zusammenbau passiert.

    Die Probefahrt mit Vollgas bei maximal ca. 20 km/h hätte ich mir im Nachhinein sparen können. Kupplung, Variator und Riemen waren danach sehr warm. Der Roller fuhr erst ab etwa 25 km/h wieder normal. Die Kurbelwelle hat durch die hohe Last bei niedriger Geschwindigkeit vermutlich etwas gelitten – ist nicht schön, geht aber noch. Wird irgendwann einmal bei viel Zeit erneuert.

    Ich habe jetzt neue Distanzscheiben verbaut, das Gewinde für die neue Mutter nachgeschnitten und den Riemen erneuert.

    Der Roller läuft und fährt jetzt wieder wie er soll. Das Variomatik-Problem ist damit behoben. Danke für die Hilfe!

    Meine Erkenntnis: Wenn der Variator auf dem Kopf liegt, muss er etwas „einfallen“. Wenn er das nicht tut, sitzen die Rollen nicht richtig. Das erkennt man auch dann, wenn die Hülse im Variator nicht wie auf dem Bild anbei deutlich einige cm heraus steht. (Wenn es so ist wie auf den ersten Bildern, dann passt was nicht.


    Noch eine andere Beobachtung:

    Der Vergaser war vor etwa zwei Wochen einmal übergelaufen - da hatte ich ihn nach langer langer Standzeit wieder in Betrieb genommen. Ich habe daraufhin die Schwimmernadel und die Führungshülse im Mikuni BS24-1 Vergaser erneuert. Schimmerkammer gibts leider nicht mehr :(

    Trotzdem hatte ich später wieder etwas Benzin im Luftfilterkasten am unteren Rand, der Luftfilter selbst war leicht feucht.

    Der Roller steht immer auf dem Hauptständer (kein Seitenständer vorhanden).

    Der Unterdruck-Benzinhahn scheint dicht zu sein. Als der Vergaser ausgebaut war, habe ich den Benzinschlauch mehrere Tage hängen lassen – es tropfte nichts. Wenn man mit dem Mund am Unterdruckschlauch zieht, läuft es direkt wie es sich gehört.

    Nach dem Benzineintrag habe ich einen Ölwechsel gemacht und werde jetzt beobachten, ob der Ölstand wieder ansteigt.

    Vor dem Wechsel der Schwimmernadel hatte ich nach etwa einer Woche ungefähr 100 ml Benzin im Motoröl - das ist schon wieder raus & neues Öl drin.

    Falls jemand noch eine Idee hat, wo beim BS24-1 zusätzlich Benzin in den Ansaugtrakt bzw. ins Öl gelangen kann, freue ich mich über Hinweise.
    Theoretisch nur während der Fahrt? Kolbenringe? Ventilschaftdichtung? Kopfdichtung? Während der Fahrt qualmt der Roller gar nicht.

    Danke!

  • Hallo, es freut mich das meine Ferndiagnose bezüglich der Variorollen funktioniert hat. Über die Rückmeldung freue ich mich natürlich auch.

    Was mir auch gefällt ist die präzise Beschreibung in einem guten Deutsch was mittlerweile nicht die Regel ist da selbst der Seitenbetreiber den 2 Takter nicht richtig schreibt (Tackter).

    Ferndiagnose Benzineintrag im Motoröl:

    Kopfdichtung , Ventilschaftdichtung und Kolbenringe kann ich ausschließen. Diese 3 Komponenten haben mit der Benzinzufuhr nichts zu tun. Das Benzin kommt vom Tank über den Benzinhahn in die Schwimmerkammer und dann in den Brennraum.

    Wenn jetzt mit dem Anlasser gestartet wird zieht der Zylinder das Luft/Benzingemisch in den Brennraum und wird dann entzündet.

    Falls der Motor nun nicht direkt anspringt wird immer mehr Benzin/Luftgemisch angesaugt und unverbrannt im Brennraum angesammelt.

    Das dünnflüssige Benzin läuft natürlich an den Kolbenringen vorbei in das Motoröl.

    Die Frage ist also wie springt der Motor an ? Hier wäre eine genauere Beschreibung hilfreich.

    Ich weiß nicht ob eine Hörprobe vom Anlassvorgang hier über das Forum möglich ist.

    Mit freundlichen Grüßen

  • klemmendes Schwimmernadelventil oder evtl. ein Defekt an den Kolbenringen wäre jetzt meine Vermutung (blow by effekt durch verschlissene Kolbenringe oder Zylinder)

    Es ist zwar nett wichtig zu sein,aber noch wichtiger ist es nett zu sein :hauwech:

    💥Gruß vom Zündfunken💥